Angrenzend an das Welterbegelände leben im Bezirk Zollverein (Stadtteile Schonnebeck/Katernberg/Stoppenberg) Menschen mit unterschiedlichsten demographischen und persönlichen Hintergründen. Dagegen pendeln die Beschäftigten der auf Zollverein ansässigen Unternehmen und Institutionen mitunter täglich auf das Gelände. Übers Jahr kommen 1,5 Millionen Besucher aus aller Welt auf das UNESCO-Welterbe Zollverein.

Zu viele Menschen, um mit allen sprechen zu können… Und dennoch wollen wir im Projekt Spurwechsel versuchen, auf möglichst viele Mobilitätsansprüche einzugehen. Schritt für Schritt und im steten Austausch.  

Den ersten Schritt haben wir mit dem Impulsgeberworkshop Anfang Oktober 2019 gemacht. Der zweite folgte im November 2019: es wurden Haushalte besucht, mit Pendlern diskutiert und mit Experten gesprochen. In den Quartieren haben wir Familien ohne Kinder, mit Kindern und Senioren mit unterschiedlichsten Hintergründen, finanziellen Möglichkeiten sowie privaten und beruflichen Verpflichtungen in ihrer Alltagsumgebung getroffen.

Es wurde deutlich, wie stark sich diese unterschiedlichen persönlichen Verhältnisse und Hintergründe der Bewohner auf ihr Mobilitätsverhalten im Bezirk auswirken. Grundsätzlich entstand der Eindruck, dass die Menschen sehr in ihrem Stadtteil verwurzelt sind und sich ihr Alltag in der Regel innerhalb oder im direkten Umfeld des Bezirks abspielt. Kritische Stimmen gab es unter anderem zu verschiedenen Aspekten des ÖPNV und der Radwegeplanung.

Dagegen wurde in den Diskussionsgruppen mit Beschäftigten auf dem UNESCO Welterbegelände Zollverein deutlich, dass die meisten nicht im direkten Umfeld des Welterbes wohnen und eine weitere Anfahrt zur Arbeitsstätte in Kauf nehmen. Unterschiedliche äußere Umstände beeinflussen hierbei stark die Zufriedenheit bzw. das Stressempfinden des einzelnen Pendlers. Pendeln ist für die meisten Alltagsroutine und wird nur wenig hinterfragt.

Orte und Anlässe, die zum Besuch einladen, gibt es einige auf dem UNESCO-Welterbe: das Ruhr Museum, PACT, red dot design museum und temporäre kulturelle Angebote. Das Verkehrsmittel der Wahl für viele Tagestouristen auf Zollverein ist der PKW. Dies hat unterschiedliche Gründe – von der Wetterabhängigkeit der Event-Garderobe bis zu fehlenden Querverbindungen im Ruhrgebiets-ÖPNV oder der mangelnden Kenntnis von geeigneten Radtrassen für eine Anreise mit dem Fahrrad.

Mit Anwohnern des Bezirk VI, Mitarbeitern des UNESCO Welterbegeländes und engagierten Bürger*innen rund um Zollverein haben wir diese Erkenntnisse geteilt und im März 2020 den nächsten Schritt gemacht: In der Zukunftswerkstatt Spurwechsel wurde ein Blick auf die Mobilität von morgen gewagt und Ideen entwickelt, um die Nahmobilität im Bezirk, das Pendeln zum Welterbegelände und die An-und Abreise für einen einmaligen Besuch auf Zollverein zu verbessern.

Einen Einblick in die Ergebnisse und die 5 besten Ideen gibt es auf der Übersichtsseite Ideen.



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